Backups mit rclone
rclone ist das Schweizer Taschenmesser für Object Storage und spricht jede S3-kompatible API, also auch chili. Wer rclone schon für AWS S3 nutzt, ändert nur Endpoint und Schlüssel.
Voraussetzungen
- rclone ab Version 1.60 (
rclone version) - chili-Zugangsschlüssel (Access Key und Secret) aus dem Portal
- ein Bucket oder die Berechtigung, einen anzulegen
1. Remote konfigurieren
Unter ~/.config/rclone/rclone.conf:
[chili]
type = s3
provider = Other
access_key_id = AKIA...
secret_access_key = ...
endpoint = https://<ENDPOINT>Verbindung testen:
rclone lsd chili:2. Daten sichern
rclone mkdir chili:mein-backup
# copy: überträgt nur neue und geänderte Dateien, löscht nie am Ziel
rclone copy /daten chili:mein-backup --transfers 8 --checksum --progresssync spiegelt das Ziel exakt zur Quelle und löscht dort, was fehlt. Darum immer zuerst mit --dry-run prüfen:
rclone sync /daten chili:mein-backup --transfers 8 --checksum --dry-run--checksum vergleicht über die Prüfsumme statt über Zeitstempel und Grösse, das ist für Backups die verlässlichere Wahl.
3. Unveränderliche Backups
Object Lock (WORM) wird serverseitig am Bucket gesetzt, nicht von rclone. Legen Sie den Bucket mit aktiviertem Object Lock und einer Default-Retention an, dann erben alle hochgeladenen Objekte die Sperre automatisch. So bleibt eine Sicherung auch dann unveränderlich, wenn die schreibende Maschine kompromittiert wird.
4. Automatisieren
# /etc/cron.d/chili-backup (täglich um 02:30)
30 2 * * * backupuser rclone copy /daten chili:mein-backup \
--transfers 8 --checksum --log-file /var/log/chili-backup.logDas Ergebnis: ein S3-kompatibles Backup-Ziel in der Schweiz, in Zürich oder Genf und auf Wunsch georedundant, ohne Egress-Gebühren. Der Restore kostet nichts extra.